Ein Rascheln im Wald...

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Re: Ein Rascheln im Wald...

Beitrag  Bernulf am Sa Jan 18, 2014 7:40 am

Still und nahezu menschenleer lag das Sumpfgebiet zu Füßen dieser kleinen Ruine, die jetzt schon im zweiten Jahr der Gruppe als Stützpunkt dient und noch immer nur spärlich ausgebaut ist. Die Landschaft ist schneebedeckt, nur hier und da wird die weiße Decke von einem dunkelgrün-schwarzen Loch unterbrochen. Aus einigen dieser Moorlöcher steigt grünlich-gelber Wasserdampf auf, als würden die Löcher kochen. Bernulf blickte hinaus in die weiße Landschaft und zu den einzelnen Hügeln und Waldstücken. Diese Region zu bewachen war eindeutig angenehmer und abwechslungsreicher als an der Ost- oder Nordgrenze den Wall auf und ab zu laufen. In drei Monden, wenn der Schnee sich gelegt hat, werden sie aufbrechen und nach Ferrum reisen.

Bernulf wand sich vom Tor ab und ging wieder in die Hütte, legte zwei Holzscheite nach und setzte sich an den Tisch um Xeno zu antworten.
Der Met war schon kalt geworden, schmeckte aber trotzdem.

Mit dem fertigen Brief ging er hinaus zu Dom, der diesen einem Raben umband und ihn losschickte. Dann holte er seinen Bogen und löste den Späher in der Turmruine ab.

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Re: Ein Rascheln im Wald...

Beitrag  Bernulf am Mi März 19, 2014 7:28 am

Einige Wochen waren ins Land gegangen, Bernulf hatte Xeno einen ausführlichen Brief geschrieben, in dem er sich un zwei weitere Weggefährten angekündigt hat. Das Informanten-Netzwerk lief auch hier draußen in diesem Moor relativ gut. Die Versorgungstrupps brachten nicht nur Nahrungsmittel und Kleidung, sie brachten auch immer Neuigkeiten mit. So waren Bernulf, Dom und Hesia einigermaßen informiert, welche Gefahren ihnen auf dem Weg nach Ferrum begegnen würden. Sie heuerten drei von den großen, kräftigen Pferden an, die sie mit allem beluden, was sie benötigen würden...

"In einer halben Stunde sollten wir an der Grenze zu der alten Markgrafschaft sein, hier werden wir den Reisezoll bezahlen, danach werden wir sehen, wie wir uns durchschlagen. Schlimmstenfalls lassen wir die Pferde zurück."
Meinte Dom, als sie sich in westlicher Richtung der ostmärkischen Grenze näherten. Bisher verlief die Reise ruhig aber sie waren ja auch noch im eigenen Land. Die nächsten Monate würden zeigen, wie sie vorankommen und welche Hindernisse ihnen im Weg stehen werden.

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Re: Ein Rascheln im Wald...

Beitrag  Bernulf am Mi Mai 07, 2014 7:21 am

Bisher kamen die Drei gut voran und es würde nicht mehr lange dauern, bis sie in Ferrum ankommen würden, dann nur noch den richtigen Ort finden und sich unters Volk mischen - oder besser gesagt ins Dickicht.
Dom und Hesia saßen an einem kleinen Feuer, das in einer Grube brannte und gerade genug Wärme und Licht spendete, um das notwendigste zu finden. Dieses Land, in dem Sie sich gerade aufhielten, schien von Unruhen geplagt und Fremden gegenüber nicht gerade sehr freundlich zu sein. Zudem wollten die Drei den Wegzoll sparen und hatten sich über die Grenze geschlichen. Illegal in einem zerrüttetem Land in dem es an jeder Ecke Milizen und gartende Söldnergruppen gab. Im Wald konnten sie einigermaßen sicher sein, hier waren sie im Vorteil.
Plötzlich knackte es im Gebüsch, Dom und Hesia sahen auf, Dom umfasste seine Axt, aber es war nur Bernulf, der grinsend hinter einem Baum hervorkam, in der Hand einen zerbrochenen Ast.

"Die Gegend ist einigermaßen sicher. In dieser Richtung habe ich zwei Seile gespannt und den Boden mit angespitzten Ästen ausgestattet. Dort drüben ist ein dichter Brombeerheckenbewuchs, da kommt niemand durch und in dieser Richtung habe ich den Weg so mit Ästen und Gestrüpp verbaut, dass Angreifer geradewegs in die zwei ausliegenden Tellereisen und die Schußfalle laufen. Nur in dieser Richtung ist mir nicht viel eingefallen, also habe ich einfach kleine Stolpergruben ausgehoben und Nachtigallböden ausgelegt. Wenn wir Glück haben, gibt es morgen Fasan oder Kaninchen, die Fallen liegen etwa 200 Schritt in dieser Richtung aus."


Die Drei unterhielten sich noch eine Weile, dann machten sie die Wachen aus und rollten sich entsprechend in ihre Decken und Felle ein.
Am nächsten Morgen wurden sie durch ein klägliches rufen geweckt. Bernulf war sofort auf den Beinen und lief in die Richtung der rufe. Bald darauf verstummten diese und wenig später kam der Wilddieb mit einer Fasanenhenne unter dem Arm ins Lager zurück.

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Re: Ein Rascheln im Wald...

Beitrag  Bernulf am Fr Mai 23, 2014 10:17 am

Wie konnte das sein, hier in dieser Region herrscht doch Krieg, warum ziehen dann keine Soldaten durch diese Gegend? Die Straße, neben der sie nun schon eine Weile herlaufen, ist breit, aufgeschüttet und wirkt stark befahren. Irgendetwas stimmt hier nicht. Die Gerüche... alles in Ordnung, es roch nicht nach Feuer, der Gestank von Orks fehlte, ebenso Rehe, Hasen, ... und kein Vogelgezwitscher. Tief in ihm drin schrie alles laut Alarm, aber er konnte keine Gefahr ausmachen und wusste auch nicht, ob sie vielleicht schon drin steckten. Vielleicht haben sie einfach nur eine Patrouille oder einen Wachposten nicht gesehen... alles sehr merkwürdig. Hesia schloss auf und wies Bernulf ebenfalls auf die ganzen Signale hin. Er deutete ihr an, den Bogen bereit zu machen, seinen hatte er in der Hand und nahm einen Pfeil aus seinem Reiseköcher. Dom signalisierte er, die Axt bereit zu halten und wachsam zu sein. Während dieser Handzeichen ging er im Kopf alle ihm bekannten Gefahren durch... nein...es könnten...aber da fehlt der Geruch, ....für...nein zu warm.....
Die drei bewegten sich jetzt sehr langsam vorwärts und erwarteten hinter jeder Ecke die Gefahr.
Bernulf blieb wachsam... und da war es wieder...zunächst schwach, dann wurde es immer dringender, dieses innere Gefühl, dass ihn zum Jäger macht. Er wollte der Jäger, nicht die Beute sein, also musste er jetzt geduldig bleiben und den nächsten Schritt seiner Beute vorausahnen....
Aber wo war die nur?

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Re: Ein Rascheln im Wald...

Beitrag  Bernulf am Mo Jun 02, 2014 6:11 am

Nicht mal ein Eichelhäher war zu hören. Dom, Hesia und Bernulf gingen äußerst leise und vorsichtig weiter, die angespannte Aufmerksamkeit strengte an. Da plötzlich war es zu höhren - als würde ein dünner Zweig brechen und gleich darauf etwas die Luft zerschneiden - das Geräusch eines abgeschossenen Armbrustbolzen. Bernulf sah rechts vor sich in den Wald und nahm ein Rascheln im Blattwerk vor ihm war. Nahezu im gleichen Moment spürte er einen heftigen Schlag gegen seine rechte Schulter. Die lederne Rüstung hatte schlimmeres verhindert, konnte den Bolzen aber nicht abhalten, mit der Spitze in die Schulter einzudringen.
Im gleichen Moment, wie der Bolzen einschlug schrien mehrere Stimmen vor den dreien auf. Hesia fiel zu Boden und rollte weg, das konnte Dom und Bernulf sehen, dann erkannten sie vier Angreifer, drei mit Speeren oder Schwertern, ein vierter hatte eine Armbrust in der Hand. Reflexartig legte Bernulf auf den feindlichen Schützen an und versenkte seinen Pfeil in dessen Schulter, die von Dom geworfene Axt traf besser. Der hühnenhafte Schamane stürmte gleich nach dem Wurf wild schreiend mit seiner großen Axt auf den ersten Angreifer zu und verwickelte ihn im Zweikampf. Bernulf hatte den Bogen fallen lassen und griff nach seinen Jagdmessern, dabei merkte er, dass sich seine rechte Hand nicht so recht um den Messergriff schliessen wollte und spürte Schmerzen in der Schulter. Beinahe wäre das sein Verhängnis gewesen, denn ein Räuber hatte es fast geschafft, einen ordentlichen Treffer zu landen, den Bernulf gerade noch parieren konnte. Er war jetzt völlig in die Defensive gedrängt und wich den Schwerthieben aus, während Dom von den zwei Pikenieren beharkt wurde.
Irgendwie musste er in den Angriff übergehen - nur wie? Als der Gegner gerade mit seinem Schwert ausholte, sackte er plötzlich in sich zusammen und verzog das Gesicht. Hesia hatte ihn mit ihrem Bogen in der Seite erwischt. Das gab Bernulf die benötigte Wende und er vollendete Hesias Werk, die sich schon um die Übermacht gekümmert hatte, der Dom sich ausgesetzt sah. Dank ihrer Hilfe konnte er einen der beiden Angreifer bewusstlos schlagen und festnehmen. Er setzte ihn an einen Baum und schien zu warten, bis er aufwacht. Hesia kümmerte sich während dessen um die Bolzenverletzung an Bernulfs Schulter. Irgendwann schrie der gefesselte Bandit auf, offenbar hatte er Angst vor Dom - oder der hatte mal wieder seine Geister angerufen - in beiden Fällen kein schönes Erlebnis für den Gefangenen. Offenbar waren die vier desertierte Söldner, die auf eigene Faust versuchen wollten in ihr Heimatland zurück zu gelangen. Dom nahm ihnen das Geld ab, ergänzte seine Vorräte mit denen der Söldner und band den Gefangenen an einen Baum.
Als auch Bernulf endlich fertig verbunden war, setzten die Drei ihren Weg noch eine Weile fort und schauten sich dann nach einem Nachtlager um.
In wenigen Tagen würden sie dann in Ferrum sein und bald die Burg erreichen.

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Re: Ein Rascheln im Wald...

Beitrag  Bernulf am Mi Jun 11, 2014 3:10 am

Offenbar fehlen der Regierung die Truppen, um die Straßen sicher zu machen und Reisende vor Räubern zu schützen.
Seit dem Angriff vor zwei Tagen sind die Drei schon auf die vierte Räuberbande gestoßen. Immer wieder waren es kleine Gruppen, die am Wegesrand lauerten. Bisher konnten sie alle umgehen. Mit dieser werden sie es genau so machen und sie einfach umgehen. Noch mehr Verletzungen müssen sie sich schliesslich nicht holen. Diese Knilche hier am Wegesrand unterhielten sich so laut, dass selbst ein Reisender sie hätte umgehen können...

Abends in seiner Decke überlegte Bernulf - Gespräche führten die Drei seit der ersten Begegnung nur noch, wenn es dringend war - ob er es Xenofero oder dem Grafen sagen sollte, es schien ihm nur vernünftig. Vielleicht könnte man etwas gegen diese Räuberganden organisieren. Ja, so wollte er es anstellen, diese Idee musste er Hesia und Dom auf jeden Fall mitteilen, sobald sie an der Burg sind.

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